Von innen
heraus gedacht
Ein Interview mit dem Innenarchitekten-Team
von KINZO
Kinzo ist ein interdisziplinär arbeitendes Architekturbüro mit Hauptsitz in Berlin sowie zwei weiteren Standorten in München und Hamburg. Das Büro entstand Ende der 1990er-Jahre, als die drei Gründer während ihres Architekturstudiums in Berlin die
Bar „Kinzo“ betrieben – ein kultureller Treffpunkt, in dem erste gestalterische Konzepte, Kunstausstellungen, Filmvorführungen und Festivals realisiert wurden.
Mit dem Abschluss des Architekturstudiums und bei einem damals schwierigen Arbeitsmarkt gründeten die Partner ihr eigenes Büro. Seither entwickelt Kinzo Projekte eigenständig, von Wettbewerben bis hin zu umfangreichen Gestaltungsaufträgen, und ist heute mit rund 60 – 70 Mitarbeitenden auch international tätig.
Kinzo vereint Architektur, Innenarchitektur, Grafikdesign und Produktdesign unter einem Dach. Der Anspruch ist es, Räume ganzheitlich zu gestalten – mit einem klaren Fokus auf die Nutzer. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen
Architektur und Innenarchitektur bewusst.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt im „Bauen im Bestand“, wie im Haus des Wissens, sowie in der Entwicklung von Leitsystemen, Signaletik und der visuellen Kommunikation von Räumen. Kinzo versteht sich als Schnittstelle zwischen gebautem Raum und dessen Nutzung – mit dem Ziel, Nutzergruppen durch partizipative Prozesse wie Workshops frühzeitig einzubeziehen und so eine hohe Identifikation mit dem Ergebnis zu schaffen.
Lorenzo Soldi
Projektarchitekt, verantwortlich für die Koordination der technischen Aspekte mit anderen Projektpartnern
Ina Nikolova
Projektleiterin und Partnerin, verantwortlich für die Bedarfsermittlung neuer Arbeitswelten, Organisation von Nutzern und Workshops
Chris Middleton
Gründungspartner und Geschäftsführer Kinzo
Foto: © CROSS Architecture (rendertaxi)
Foto: © CROSS Architecture (rendertaxi)
Das Haus des Wissens wird als sogenannter „Dritter Ort“ mit ganz unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten konzipiert. Es ist ja nicht nur eine Bücherei, Volkshochschule, Markthalle und der Wissensverbund UniverCity, sondern in erster Linie ein Begegnungsort mit 11.000 Quadratmetern.
STADTGOLD: Wie versucht ihr, über die Innenarchitektur Menschen für das Haus des Wissens zu begeistern, damit sie sich gerne dort aufhalten und diesen Ort vielleicht auch für sich erobern?
Ina Nikolova: Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die „nutzerzentrierte Planung“. Dazu arbeiten wir mit sogenannten „Personas“. Das sind exemplarische Nutzerprofile, mit denen wir untersuchen, wie sich unterschiedliche Gruppen durch das Haus bewegen, welche Bedürfnisse sie mitbringen, was für sie besonders spannend ist und wo sie sich begegnen.
Diese Erkenntnisse fließen in die räumliche Organisation des Gebäudes ein und helfen dabei, es von innen heraus sinnvoll zu strukturieren. Dabei arbeiten wir kontinuierlich im Dialog mit den Hochbauarchitekten, um das Raumprogramm dynamisch weiterzuentwickeln.
Neben der funktionalen Ebene spielt auch die Ausstrahlung des Gebäudes eine wesentliche Rolle. Es geht darum, eine einladende Atmosphäre zu schaffen: einen Ort, an dem sich verschiedene Menschen gerne aufhalten, der offen wirkt und nach außen Präsenz zeigt.
„Wir verbinden Innen- und Außenwirkung zu einem ganzheitlichen Nutzungserlebnis.“
SG: Welche Anforderungen müssen ein Möbelstück oder auch ein ganzer Raum erfüllen, damit sie für verschiedene Nutzergruppen gleichermaßen attraktiv und einladend sind?
IN: Das Allerwichtigste ist, dass alles sehr intuitiv gestaltet ist. Es sollte sofort erkennbar sein, was es für ein Element, Möbel, Bauelement oder ganzer Raum ist. Wichtig ist, dass alle Elemente einladend und niedrigschwellig konzipiert sind, damit keine Hemmschwellen erzeugt werden. Ziel ist es, dass sich alle Nutzer angesprochen fühlen und gerne mit dem Möbel oder der Raumsituation interagieren. Es geht darum, Neugier zu wecken, spielerische Elemente einzubinden und eine Atmosphäre zu schaffen, die Lust auf Aufenthalt macht.
Lorenzo Soldi: Auch das Gebäude selbst spielt eine zentrale Rolle. Es wirkt wie ein Ort des Zusammenkommens. Besonders im offenen Innenraum lassen sich Elemente klassischer, bekannter Bautypologien wiederfinden – etwa des Marktes, des Platzes oder des Theaters. Das Zusammenspiel von Architektur, Raumstruktur und Möblierung trägt entscheidend dazu bei, eine lebendige und gemeinschaftliche Atmosphäre zu erzeugen.
Im Zentrum unseres Gestaltungsansatzes steht die Idee, dem Innenraum einen „öffentlichen“ Charakter zu verleihen, der vergleichbar mit einem städtischen Platz ist. Elemente wie Kioske, Sitzbänke oder informelle Treffpunkte erinnern an Teile einer Stadt, befinden sich aber im Inneren des Gebäudes.
Materialwahl und Maßstab spielen dabei eine zentrale Rolle. Großzügige Proportionen, robuste Materialien und gezielt gesetzte Blickbeziehungen – etwa durch offene Sichtachsen und diagonale Verbindungen über mehrere Ebenen – erzeugen eine räumliche Tiefe und Vielfalt, die zum Erkunden und Verweilen einladen.
Chris Middleton: Ich finde es aus architektonischer Sicht besonders spannend, dass das Gebäude so umgebaut wurde, dass man nun ebenerdig eintreten kann – ohne zunächst eine Treppe nehmen zu müssen. Gleichzeitig wurde der Bau großzügig zum Vorplatz hin geöffnet, sodass der Außenraum gewissermaßen in das Gebäude hineinfließt.
Unser Ziel ist es, diesen öffentlichen Charakter auch im Innenraum konsequent weiterzuentwickeln und dabei ganz unterschiedliche Raumqualitäten zu schaffen. Es entstehen Zonen, die offen und kommunikativ sind, aber ebenso Rückzugsorte, die sich intim und geschützt anfühlen. Gerade diese Mischung macht den Ort besonders. Überraschende Momente, etwa durch drehbare Regale oder spannungsreiche Blickbeziehungen1, tragen dazu bei, dass ein vielschichtiger und lebendiger Raum entsteht.
Wir entwickeln Möbel, die im Maßstab angemessen sind und nicht nur einer einzigen Nutzung folgen. Die Möbel sollen sowohl für größere Gruppen funktionieren als auch für einzelne Personen oder kleinere Gruppen. Wichtig ist uns dabei, dass unterschiedliche Aktivitäten parallel möglich sind und dabei trotzdem ein Gefühl von Gemeinschaft spürbar wird.
Man spürt dieses Gemeinschaftsgefühl selbst dann, wenn nur wenige Menschen anwesend sind. Das ist ein großer Unterschied zu Orten wie einem leeren Fußballstadion, wo man sich schnell deplatziert fühlt und eine gewisse Unbehaglichkeit entsteht. Bei uns ist das anders: Auch wenn das Haus nahezu leer ist und sich nur vereinzelt Personen im Raum aufhalten, wirkt es nie wirklich leer. Das liegt an der Art, wie wir die Möbel im Raum verteilen und wie die Medien und Displays platziert sind. All das erzeugt ein Gefühl von Präsenz und Aktivität, um dem Raum eine konstante Lebendigkeit zu verleihen.
IN: Es ist sehr wichtig für so einen öffentlichen Ort, dass er „reagiert”. Gut funktionierende öffentliche Orte zeichnet aus, dass es zwar eine gedachte Funktion oder eine vorgesehene Nutzung gibt, sie aber trotzdem einen gewissen Spielraum zulassen.
Wenn der Raum oder ein Möbel das zulassen, weil sie multifunktional sind, dann ist das fast eine Garantie dafür, dass sie wirklich angenommen werden.
„In der Realität erleben wir dabei
oft Überraschungen: Menschen eignen sich Räume anders an,
als man es geplant hat.“
SG: Wie ist die Farbwelt im Haus des Wissens gedacht? Welche Funktionen übernimmt sie?
LS: Architektonisch arbeitet das Gebäude mit einer sehr neutralen, natürlichen Materialität. Es dominieren rohe Materialien wie Stahl und Holz. Der Boden besteht aus einem Sicht-Estrich, der in seiner Wirkung an Beton erinnert. Insgesamt entsteht so ein reduzierter, zurückhaltender Hintergrund, der viel Raum für die Wirkung anderer Elemente zulässt. Mit unseren Möbeln greifen wir diese Sprache zum Teil auf, etwa durch größere Einbauten aus Metall. Wir entwickeln sie aber zugleich weiter, indem wir für die unterschiedlichen Nutzungen eigene Farbwelten definiert haben.
Besonders prägend ist hier das Blau, die Farbe der Stadt Bochum. Diese Farbe zieht sich durch alle Bereiche, in denen das Publikum auf Mitarbeitende der Stadt trifft.
Lernbereiche, Gastronomie, Kinder- und Jugendbibliothek – sie alle erhalten über spezifische Farben ihre eigene Atmosphäre. Gelb wurde für den Küchenbereich gewählt, um Offenheit und Lebendigkeit zu vermitteln.
In der Jugendbibliothek wiederum kommt Anthrazitgrau zum Einsatz, um den vielen Displays und Medien, die dort präsent sind, einen ruhigen Hintergrund zu bieten. Insgesamt ergänzen diese gezielten Farbakzente das viele Holz im Raum, wodurch eine warme, strukturierte und dennoch offene Gesamtwirkung entsteht.
SG: Auf welche von euch konzipierten Möbel dürfen sich denn die Kinder freuen?
LS: Die Kinderbibliothek haben wir „Kinderblock” genannt. Das ist so eine Art Riesenpodest mit Büchern, auf dem man gleichzeitig lesen und spielen kann. Herunter führt eine Rutsche mit einem Stoppnetz. Dazu gibt es kleine Bänke und jede Menge Kisten, in denen man Bücher entdecken kann. Die Form des Podestes könnte ein Riesentier sein, aber hier sieht jeder in seiner Fantasie etwas anderes. Zusätzlich gibt es jede Menge haptische Elemente, mit denen Kinder sich orientieren können.
IN: Das spielt auch bei der Signaletik, dem Orientierungssystem im Gebäude, eine wichtige Rolle. Durch haptische Elemente und Piktogramme werden sich Kinder und Nichtlesende problemlos im Gebäude orientieren können.
Foto: © CROSS Architecture (rendertaxi)
Der „Kinderblock“ in der Kinderbibliothek im ersten Obergeschoss im Ostflügel ist ein großes Einbaumöbel, das eine Bücher- und Medienwelt für Kinder beherbergt. Es integriert außerdem Sitzstufen und eine Rutsche. Spielerisches Erleben und Wissensvermittlung verbinden sich hier in einem Element mit ausdrucksstarker Form, das die Fantasie anregt.
SG: Wie schafft ihr es, ein Gebäude zu gestalten, das 2027 fertig gestellt sein wird, aber auch in 10 oder 20 Jahren noch aktuell und relevant Ist?
IN: Da hilft der sehr ehrliche Umgang mit Materialien und Formen. Wir arbeiten viel mit naturbelassenen, rohen Materialien und versuchen, nicht alles in einem konkreten Stil auszudrücken oder uns an kurzfristige Trends zu hängen. Es geht uns eher darum, gestalterisch so zu denken, dass es auch in ein paar Jahren noch stimmig ist.
Das gilt sowohl im Entwurf als auch im Hinblick auf die Nutzung: Wie können Räume heute funktionieren? Und wie lassen sie sich in Zukunft vielleicht auch anders nutzen, ohne dass man gleich das ganze Haus umbauen muss? Wir lassen bewusst eine gewisse Flexibilität zu.
CM: Die rohen Oberflächen wirken natürlich. Unbehandelte oder wenig behandelte Oberflächen geben einem das Gefühl, dass das Haus jetzt vielleicht nicht unbedingt hundertprozentig fertig ist und man nicht viel kaputt machen kann. Den industriellen Charakter, der von der Architektur herkommt, versuchen wir zu übernehmen und weiter fortzuschreiben.
Alles wird sich auch noch ein Stück weiterentwickeln. Diese Oberflächen werden „schön altern”. Die punktuellen Farbakzente bilden einen neutralen Hintergrund, der auch viele Geschichten erzählt und sich nicht versteckt.
Das ist ein altes Postgebäude und genau diese historischen Schichten werden auch sichtbar gemacht und aufgedeckt. Dieses Haus zeigt ganz viele Epochen und das versuchen wir offenzulegen und damit auch offen umzugehen.
Foto: © CROSS Architecture (rendertaxi)
SG: Welche Teile sind von euch speziell designt? Und wo setzt ihr auf Klassiker? Wie geht ihr mit den Bücherregalen um?
IN: Die selbst gebauten oder eigens entworfenen Elemente übernehmen meist sehr spezifische Funktionen. Oft betonen sie auch bestimmte architektonische Aspekte oder fügen sich besonders gut in den Bestand ein. Gerade da, wo wir uns in vorhandene Strukturen einfügen müssen, funktioniert das häufig besser mit maßgeschneiderten Lösungen.
Ein gutes Beispiel dafür sind die Elemente entlang der Brüstungen: eine Kombination aus Regalen und Arbeitstischen, die wir intern „Lümmelbretter“ nennen. Auch die sogenannten „Fokusnischen” in den Wänden sind sehr individuelle Lösungen.
Dann gibt es natürlich auch Klassiker wie bestimmte Stühle, die sich über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte bewährt haben. Sie ergänzen unser maßgeschneidertes Konzept sehr gut, weil sie eine gewisse Beständigkeit und Wiedererkennbarkeit mitbringen.
Daneben gibt es natürlich auch rein funktionale Möbel, zum Beispiel die Bücherregale in der Bibliothek. Hier greifen wir auf ein speziell für Bibliotheken entwickeltes System zurück, das europaweit im Einsatz ist. Das ergänzen wir durch besondere Elemente wie die großen drehbaren Regale, die nicht nur als Bücherregale dienen, sondern auch als bewegliche Raumteiler.
CM: Wir haben gute Erfahrungen mit der Kombination aus gekauften Möbeln, die Serienprodukte sind, die sich bewährt haben, die austauschbar und ersetzbar sind, und sehr individuellen „Highlight”-Elementen, die die Identität des Ortes mitprägen.
IN: Wir wählen dazu Möbel aus, die auch in zehn Jahren noch nachbestellbar sein werden, wenn sich Nutzungen ändern, damit es später nicht gestückelt aussieht.
SG: Habt ihr einen ganz persönlichen Lieblingsplatz im Haus des
Wissens?
IN: Ich mag die Galerie oben im vierten Obergeschoss. Von hier aus kann man die Blickbeziehungen im Gebäude sehr gut erleben und sieht alle Nutzungsmöglichkeiten auf einen Blick.
LS: Die Sitzplätze mit Sesseln innen an der Fassade, von denen man Richtung Markthalle guckt. Man hat dort beide Welten: Man kann in Ruhe lesen oder das Markttreiben beobachten.
CM: Die Fokusnischen, die beinahe wie Theaterlogen sind, finde ich super, weil man da wirklich total zurückgezogen ist und trotzdem diese Blickbeziehung in den offenen Raum hat. Man ist gleichzeitig zurückgezogen und Teil des Ganzen.
Foto: © CROSS Architecture (rendertaxi)
Drittes Obergeschoss. Eine gemütliche Leseecke mit großen, bequemen Sesseln – mit Ausblick sowohl auf die Dachterrasse als auch in den großzügigen Open Space im Inneren des Gebäudes.
SG: Was waren eure größten Herausforderungen bei der Planung?
IN: Ich finde es sehr spannend, dass im Haus ganz unterschiedliche Institutionen zusammenziehen und zu einer Einheit werden. In den vorausgehenden Workshops mit den einzelnen Akteuren, zum Beispiel der Stadtbücherei und der VHS, wurde das Ziel erarbeitet, dass vom Haus des Wissens als einer Einheit gesprochen wird. Dieser Prozess wird sicherlich dauern und muss auch begleitet werden, da sowohl für die Nutzer als auch die Mitarbeitenden nicht mehr alle Bereiche wie früher klar abgegrenzt sind, sondern ineinander übergehen.
„Es wird räumlich,
funktional und gestalterisch einfach eine komplett neue Welt.“
LS: Wir haben in den Workshops eine Sammlung von Daten und Bedürfnissen erarbeitet, die innenarchitektonisch in eine Form gebracht werden müssen. Dazu sprechen wir dann mit den Architekten, Akustikern, Haus- und Lüftungstechnikern, Medientechnikern und den Digitalisierungsberatern. Es war für mich herausfordernd, hier immer den besten Kompromiss zwischen allen Anforderungen zu finden. Da muss man teilweise so diplomatisch wie ein Politiker agieren.
SG: Wie hat sich euer Berufsfeld in den letzten 20 Jahren verändert?
CM: Früher hat man die Briefings mehr im Alleingang ausgearbeitet, heute ist es wesentlich komplexer durch Anforderungen an Nachhaltigkeit und Bestandserhaltung und die Einbeziehung vieler Nutzergruppen wie hier im Haus des Wissens. Durch diesen interaktiven und partizipativen Prozess schafft man aber auch eine wesentlich höhere Akzeptanz des Ergebnisses. Wenn man im Vorfeld schon alles hinterfragt, hat das Projekt viel mehr Potenzial, auch in 10 oder 20 Jahren noch eine hohe Akzeptanz zu haben.
IN: Ich finde diese Entwicklung sehr positiv. Wir arbeiten heute viel interdisziplinärer mit den anderen Experten. Wir sind nicht davon überzeugt, alles zu wissen, wir lassen uns in einem großen Netzwerk beraten und arbeiten viel stärker mit den späteren Nutzern zusammen. Dadurch können auch wir sehr viel lernen.
SG: Noch eine ganz persönliche Frage: Was ist für euch „schön”?
CM: Schön ist für mich etwas, was authentisch ist und nicht vorgibt, etwas zu sein. Und dabei im abstrakten Sinne auch „einladend“ wirkt.
IN: Für mich ist etwas schön, das visuell ansprechend ist. Ein Ort, an dem ich mich gerne aufhalte, ein Gegenstand, den ich gerne anfasse oder besitze. Oder ein Buch oder Film, die ein Gefühl von Wohlbefinden oder Ausgeglichenheit hervorrufen.
LS: Ich denke, dass Schönheit bereits als Konzept existiert – der Mensch muss sie nicht neu erschaffen, sondern kann durch sein Tun dazu beitragen, sie zu bewahren und ihr eine Form zu geben. Man erkennt das bei einem guten Entwurf: Wieso sind die Sachen so geplant und nicht anders?
Für mich ist die Natur allein schon „schön“. Ich versuche immer zu verstehen, ob es beispielsweise eine Farbkombination oder Blume in einer geplanten Farbe in der Natur schon gibt.
CM: Die Natur ist so wunderschön, man muss sie nicht imitieren, aber man kann sich Dinge herauspicken. Nietzsche hat einmal gesagt: „Alle schönen Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese“. Schönheit hat diese Lässigkeit, diese Authentizität, diese Natürlichkeit. Das muss man bewahren
„Wichtig ist, dass alle Teams, die bei so einem
großen Projekt beteiligt sind, an einer gemeinsamen Vision, auf ein großes Ziel hinarbeiten.“
Ina Nikolova
Erleben Sie das Haus des Wissens in 360°
Von der Markthalle bis zur Leseecke – tauchen Sie ein in 10 ausgewählte 360°-Perspektiven des neuen Stadtzentrums.