VBW bringt
Energiesprong
nach Bochum
Serielle Sanierung im Zeitalter
der Digitalisierung
VBW bringt
Energiesprong
nach Bochum
Serielle Sanierung im Zeitalter
der Digitalisierung
Mit zwei Pilotprojekten in der Mörikestraße (Fertigstellung 2022) und der Wichernstraße (Fertigstellung 2023) hat die VBW Bauen und Wohnen GmbH das innovative Energiesprong-Prinzip („sprong“: niederländisch für „Sprung“) ins Ruhrgebiet gebracht. Als Teil des EU-Projektes Interreg Nordwesteuropa „Mustbe0“ ist die VBW damit einer der Haupttreiber des Prinzips und des Themas CO2-neutrale Gebäude in Deutschland.
Schneller und effizienter dank digitalem Zwilling
Was diese Sanierungsmethode besonders macht, ist der konsequente Einsatz digitaler Technologien: Jedes Gebäude wird zunächst per 3D-Scan millimetergenau erfasst und in Form eines CAD/ CAM-Modells als digitaler Zwilling modelliert. Auf dieser Basis erfolgt die präzise Planung der neuen Gebäudehülle – inklusive Dachelementen mit Photovoltaik und Fassadenelementen mit integrierten Fenstern, elektrischen Rollläden und Lüftungssystemen.
Bis zu 80 % der Bauteile entstehen in modularer Vorfertigung in der Fabrik. Das reduziert nicht nur die Bauzeit, sondern garantiert auch gleichbleibend hohe Qualität. Die fertigen Elemente werden anschließend per Tieflader zur Baustelle transportiert und dort, wie eine zweite Haut an das Gebäude montiert – schnell, sauber und effizient. „Von innen müssen dann nur noch die alten Fenster herausgenommen werden“, erklärt Norbert Finken, der bei der VBW im Bereich Unternehmensentwicklung für Innovation verantwortlich ist. Darüber hinaus wird die Kellerdecke gedämmt und die Energieversorgung modernisiert: Statt alter Heizsysteme kommen effiziente Wärmepumpen zum Einsatz.
Kostengünstiger Strom vom eigenen Dach für die Mieter
Durch die hohe Wiederholbarkeit und Standardisierung bietet das Energiesprong-Prinzip neben der Möglichkeit, die Sanierungsmaßnahmen auf größere Bestände zu skalieren, auch den Bewohnern direkte Mehrwerte. Durch Mieterstromtarife in Kooperation mit den Stadtwerken Bochum können sie den auf dem eigenen Dach erzeugten Solarstrom nutzen – nachhaltig und kostengünstig.
Ziel des Projektes ist die Erreichung des Net-zero-Standards: Dieser beschreibt einen Gebäudestandard mit energetisch ausgeglichener Jahresbilanz – ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaneutralität, die im Fall von Bochum bis 2035 erreicht werden soll. Insgesamt wurden im Rahmen der beiden Pilotprojekte mehr als 50 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von 3.832 Quadratmetern saniert. Seit der Fertigstellung werden durch die Maßnahme jährlich rund 156 Tonnen CO2 eingespart.
Damit demonstriert die VBW, wie mithilfe digitaler Prozesse und industrieller Vorfertigung klimaneutrale Quartiersentwicklung im Bestand gelingen kann.