Planetarium

Immersive Livekultur erleben

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Immersive Livekultur erleben

Foto: © Planetarium Bochum

Vor genau 100 Jahren öffnete das erste Projektionsplanetarium seine Türen für den Publikumsbetrieb. Seitdem hat diese Einrichtung eine bemerkenswerte technische und inhaltliche Entwicklung durchlaufen. Das Planetarium Bochum, das im zurückliegenden Jahr seinen 60. Geburtstag feierte, hat im Laufe seiner Geschichte mit vielen Impulsen zu dieser Entwicklung beigetragen.

Seit einigen Jahren werden im markanten Kuppelbau an der Castroper Straße unter dem Motto Hotspot immersiver Livekultur neue Maßstäbe bei kulturellen und bildenden Liveveranstaltungen gesetzt. Sie tragen dazu bei, das Bochumer Planetarium zu einem international renommierten und zu einem der meistbesuchten Sternentheater Europas zu machen.

Blick ins All und wieder zurück 
So wie aus der „Mutter der Wissenschaften“, der Astronomie, im Lauf der Zeit die Vielzahl der modernen Naturwissenschaften hervorging, sind im Planetarium längst weitere, über die Sternenkunde hinausgehende Felder naturkundlicher Forschung selbstverständlicher Teil des Programmangebots geworden. Mittels interaktiv steuerbarer digitaler Ganzkuppelprojektionen erkundet man die Tiefen des Kosmos ebenso wie unseren eigenen Planeten Erde. Der Blick aus dem All auf unsere Oase des Lebens lässt eine „planetarische“ Sichtweise zu, die zum Verständnis der großen Herausforderungen, denen wir uns am Beginn des dritten Jahrtausends gegenübersehen, die entscheidende ist.

Kultur erleben und selbst live gestalten 
Technologien zur interaktiven Steuerung der Kuppelprojektionen machen auch bisher nicht dagewesene Kunst- und Kulturerlebnisse möglich. Tänzer, die mittels Körperbewegung audiovisuelle Welten in 360˚ erzeugen; Theateraufführungen, bei denen die Akteure live die an die Planetariumskuppel projizierten Szenerien gestalten; oder spielerische Erlebnisse, bei denen das gesamte Publikum im Sternensaal mittels Smartphones die Kuppelinhalte steuert: Alles das gab es in den zurückliegenden Jahren im Bochumer Planetarium zu

erleben. Vieles davon geschieht im Rahmen des „DIVE – Festival für immersive Künste“, das Leuchtturmprojekt des „Hotspots immersiver Livekultur“. Im Mittelpunkt des 2019 gestarteten und seither alle zwei Jahre stattfindenden weltweiten Pionierprojekts stehen künstlerisch-experimentelle Liveperformances, in die das Publikum unter der Bochumer Sternenkuppel gemeinschaftlich eintaucht. Das erfolgreiche Festival markierte die erstmalige Zusammenarbeit des Planetariums Bochum mit dem Schauspielhaus. Auch bei anderen Veranstaltungen der immersiven Livekultur kooperiert das Planetarium mit regionalen und überregionalen Partnern. So hat das Düsseldorfer „Theater der Klänge“ eine aufwendige Musiktheaterproduktion für das Bochumer Planetariumspublikum entwickelt. Gemeinsam mit dem Gelsenkirchener Places VR Festival richtet man „Immersive Hackathons“ aus – Programmierwettbewerbe, die die technische und inhaltliche Innovationsförderung im Zusammenhang mit den immersiven Technologien im Planetarium zum Ziel haben.

An der Popularität der vielfältigen Projekte im Rahmen des „Hotspots immersiver Livekultur“ lässt sich auch eine allgemeine Begeisterung für gemeinschaftlich erlebbare Immersion ablesen. Die kürzlich in Las Vegas für mehr als 2 Milliarden US-Dollar errichtete „Sphere“ und ähnliche in Planung und Konstruktion befindliche Bauten stehen eindrucksvoll für einen Trend, bei dem das Planetarium seit vielen Jahren ein Vorreiter ist.

Vernetzungen von Indien über Bochum nach Babylonien 
Doch anders als bei solchen primär der Unterhaltung dienenden Veranstaltungsstätten lassen sich vom Planetarium aus Linien ziehen, die mittig durch die Kultur- und Wissenschaftsgeschichte verlaufen und die bis nach Stonehenge oder ins alte Babylonien reichen. So spiegeln Livekonzerte, Lesungen, Tanz- und Theateraufführungen unter dem Sternenhimmel die ältesten Zugänge des Menschen zum Kosmos wider. Und gerade dort, wo die astronomischen und kosmologischen Themen zum künstlerischen Bezugspunkt der immersiven Liveveranstaltungen werden, entstehen einzigartige Erlebnisse, die das Planetarium als relevanten Ort für Kunst und Kultur aufscheinen lassen.

Ganz im Zeichen dieser Idee steht auch ein aktuelles Projekt aus dem Sommer dieses Jahres in der Reihe der immersiven Livekultur, für das man mit den für innovative und anspruchs-
volle Werke bekannten Dresdner Sinfonikern zusammenarbeitet: eine Kombination aus wissenschaftlichen Kurzvorträgen und Konzert, die auf drei Kontinenten gleichzeitig stattfindet. Das so nur im Planetarium mögliche Ereignis verspricht einen musikalisch-wissenschaftlichen Dreiklang zwischen der berühmten Bibliothek von Alexandria, dem astronomiegeschichtlich bedeutsamen Jantar Mantar in Indien und dem zukunftsgewandten Sternentheater im Ruhrgebiet.

Autor: Tobias Wiethoff

Vor genau 100 Jahren eröffnete das erste Projektionsplanetarium seine Türen für den Publikumsbetrieb. Seitdem hat diese Einrichtung eine bemerkenswerte technische und inhaltliche Entwicklung durchlaufen. Das Planetarium Bochum, das im zurückliegenden Jahr seinen 60. Geburtstag feierte, hat im Laufe seiner Geschichte mit vielen Impulsen zu dieser Entwicklung beigetragen.

Seit einigen Jahren werden im markanten Kuppelbau an der Castroper Straße unter dem Motto Hotspot immersiver Livekultur neue Maßstäbe bei kulturellen und bildenden Liveveranstaltungen gesetzt. Sie tragen dazu bei, das Bochumer Planetarium zu einem international renommierten und zu einem der meistbesuchten Sternentheater Europas zu machen.

Ein Ort
mit Strahlkraft.