Digitale
Beteiligung
Das eigene Umfeld mitgestalten
Foto: © Stadt Bochum
Digitale
Beteiligung
Das eigene Umfeld mitgestalten
Foto: © Stadt Bochum
Was haben New York, Buenos Aires und Madrid mit Bochum gemeinsam? In allen Städten machen Bürgerinnen und Bürger dank „CONSUL“ bei Online-Bürgerbeteiligungen mit. Die Open-Source-Software steht weltweit Kommunen, Ländern, Parteien, NGOs und Bürgerinitiativen zur Verfügung. In Bochum wird „CONSUL“ seit April 2023 auf der digitalen Beteiligungsplattform www.bochum-mitgestalten.de für Beteiligungsverfahren eingesetzt.
Ob die Ideenfindung für die Bochum App, die Wahl zur Sportlerin und zum Sportler des Jahres oder die Suche nach neuen Orten für den nächsten Pocket-Park in der Stadt – das alles sind aktuelle oder vergangene Bürgerbeteiligungsverfahren in Bochum. Auf www.bochum-mitgestalten.de bringen Bochumerinnen und Bochumer direkt ihre Meinungen ein. Und das mit sichtbarem Erfolg:
„Bei der Suche nach Orten für mögliche
neue Pocket-Parks im Stadtgebiet wurden
über 60 konkrete Vorschläge eingereicht.“
„Bei der Suche
nach Orten für mögliche neue Pocket Parks im Stadtgebiet wurden über 60 konkrete Vorschläge eingereicht.“
Corinna Haarmann
Büro für Bürgerbeteiligung der Stadt Bochum
Zwei davon sind gerade in der sogenannten „Ausführungsplanung“ und werden bald an der Franz-Vogt-Straße im Bezirk Mitte und am Turmplatz im Bezirk Südwest umgesetzt. Dass sich ausgerechnet bei diesem Projekt so viele Menschen online beteiligt haben, lag auch an der Werbekampagne, die zum Beteiligungszeitraum lief. „Aber es zeigt uns auch generell, dass die Menschen in Bochum es wichtig finden, bei gewissen Entscheidungen in der Stadt ihre Vorstellungen einzubringen“, sagt Corinna Haarmann. „Und genauso wichtig ist es, dass wir eine solche digitale Plattform dafür anbieten.“
Überhaupt setzt die Stadt Bochum künftig immer mehr auf digitale Beteiligungen. www.bochum-mitgestalten.de ist dabei die zentrale Plattform, auf der alle städtischen Themen zu finden sind, egal ob direkt zum Mitmachen am Rechner oder vor Ort.
Der Wunsch von Bürgerinnen und Bürgern nach mehr digitalen Beteiligungsmöglichkeiten kam bereits bei einer Online-Befragung zur Entwicklung des Smart City-Konzepts im Jahr 2020 auf. Die zum Stadtkonzern gehörende Smart City Innovation Unit (SCIU) hat sich gemeinsam mit dem Referat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation der Stadtverwaltung auf den Weg gemacht, die Stadtgesellschaft in Entscheidungsprozesse digital miteinzubeziehen. Nicht zuletzt erhielt Bochum als Smart City auch die Unterstützung durch das Förderprogramm „Modellprojekt Smart Cities“ des Bundes.
„Anfangs war ich etwas skeptisch“, erinnert sich Annette Adameit von der Smart City Innovation Unit, die die Einführung der Plattform federführend begleitet hat. „Ich hatte zunächst die Sorge, dass wir eigene Beteiligungsformate entwickeln müssten, nur um die Menschen auf die Plattform aufmerksam zu machen. Aber es dauerte nicht lange, da kamen die ersten Fachämter mit potenziellen Beteiligungen auf uns zu“, ergänzt Annette Adameit. „Es gab seit dem Start noch keinen Tag, an dem es keine aktive Beteiligungsmöglichkeit auf unserer Website gab.“
Möglich macht das eben genau diese Open-Source-Software „CONSUL“. Sie wurde in Madrid ins Leben gerufen und hat ihren Ursprung in der spanischen Protestbewegung von 2011 und 2012. Damals demonstrierten vor allem junge Menschen für wirtschaftliche und soziale Reformen im Land. Aus den Protesten gingen Bürgerforen hervor, die Bewegung vernetzte sich vor allem online. Für mehr demokratische Teilhabe entwickelten Aktivistinnen und Aktivisten dann die Software, deren Quellcode frei verfügbar ist.
Die Stadt Bochum arbeitet mit einem Dienstleister zusammen, der auf Basis der Open-Source-Software die Seite gebaut hat und technisch betreut. Bochum ist Teil einer Entwicklungsgemeinschaft von knapp 30 Kommunen, die sich regelmäßig untereinander austauschen und neue Funktionen gemeinsam entwickeln.
Fachämter der Stadt, die eine Beteiligung starten möchten, wählen die für ihr Projekt geeigneten Beteiligungsformate oder lassen neue entwickeln. ,CONSUL‘ bietet schon von Haus aus ganz viele Möglichkeiten“, erläutert Annette Adameit. So kann es eine reine Abstimmung geben, bei der das Ergebnis erst nach Ende der Beteiligung veröffentlicht wird – wie beispielsweise bei der Wahl zur Sportlerin und zum Sportler des Jahres. Oder aber Interessierte können eigene Vorschläge einreichen, die dann direkt auf der Website einsehbar sind. Oder eine klassische Umfrage, bei der Fragen beantwortet werden … die Arten der Beteiligung sind fast unendlich.
Bürgerinnen und Bürger, die mitmachen möchten, müssen sich dafür einmalig registrieren. Wobei es inzwischen bei einigen Beteiligungen auch die Möglichkeit gibt, ohne eine vorherige Anmeldung teilzunehmen. „Aber wer sich registriert, hat den Vorteil, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, wenn eine weitere Beteiligung startet“, erklärt Annette Adameit.
In Zukunft werden noch mehr Bürgerbeteiligungen ihren Weg auf bochum-mitgestalten.de finden, hat sich die Stadt-
ver-waltung vorgenommen. Dazu hat das Büro für Bürger-
be-teiligung die Plattform von der SCIU übernommen und
baut sie kontinuierlich aus.
„Die Bürgerinnen und Bürger wird es freuen, mitgestalten zu können, was in ihrer Stadt passiert“, fasst Corinna Haarmann zusammen.
Zwei davon sind gerade in der sogenannten „Ausführungsplanung“ und werden bald an der Franz-Vogt-Straße im Bezirk Mitte und am Turmplatz im Bezirk Südwest umgesetzt. Dass sich ausgerechnet bei diesem Projekt so viele Menschen online beteiligt haben, lag auch an der Werbekampagne, die zum Beteiligungszeitraum lief. „Aber es zeigt uns auch generell, dass die Menschen in Bochum es wichtig finden, bei gewissen Entscheidungen in der Stadt ihre Vorstellungen einzubringen“, sagt Corinna Haarmann. „Und genauso wichtig ist es, dass wir eine solche digitale Plattform dafür anbieten.“
Überhaupt setzt die Stadt Bochum künftig immer mehr auf digitale Beteiligungen. www.bochum-mitgestalten.de ist dabei die zentrale Plattform, auf der alle städtischen Themen zu finden sind, egal ob direkt zum Mitmachen am Rechner oder vor Ort.
Der Wunsch von Bürgerinnen und Bürgern nach mehr digitalen Beteiligungsmöglichkeiten kam bereits bei einer Online-Befragung zur Entwicklung des Smart City-Konzepts im Jahr 2020 auf. Die zum Stadtkonzern gehörende Smart City Innovation Unit (SCIU) hat sich gemeinsam mit dem Referat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation der Stadtverwaltung auf den Weg gemacht, die Stadtgesellschaft in Entscheidungsprozesse digital miteinzubeziehen. Nicht zuletzt erhielt Bochum als Smart City auch die Unterstützung durch das Förderprogramm „Modellprojekt Smart Cities“ des Bundes.
„Anfangs war ich etwas skeptisch“, erinnert sich Annette Adameit von der Smart City Innovation Unit, die die Einführung der Plattform federführend begleitet hat. „Ich hatte zunächst die Sorge, dass wir eigene Beteiligungsformate entwickeln müssten, nur um die Menschen auf die Plattform aufmerksam zu machen. Aber es dauerte nicht lange, da kamen die ersten Fachämter mit potenziellen Beteiligungen auf uns zu“, ergänzt Annette Adameit. „Es gab seit dem Start noch keinen Tag, an dem es keine aktive Beteiligungsmöglichkeit auf unserer Website gab.“
Möglich macht das eben genau diese Open-Source-Software „CONSUL“. Sie wurde in Madrid ins Leben gerufen und hat ihren Ursprung in der spanischen Protestbewegung von 2011 und 2012. Damals demonstrierten vor allem junge Menschen für wirtschaftliche und soziale Reformen im Land. Aus den Protesten gingen Bürgerforen hervor, die Bewegung vernetzte sich vor allem online. Für mehr demokratische Teilhabe entwickelten Aktivistinnen und Aktivisten dann die Software, deren Quellcode frei verfügbar ist.
Die Stadt Bochum arbeitet mit einem Dienstleister zusammen, der auf Basis der Open-Source-Software die Seite gebaut hat und technisch betreut. Bochum ist Teil einer Entwicklungsgemeinschaft von knapp 30 Kommunen, die sich regelmäßig untereinander austauschen und neue Funktionen gemeinsam entwickeln.
Fachämter der Stadt, die eine Beteiligung starten möchten, wählen die für ihr Projekt geeigneten Beteiligungsformate oder lassen neue entwickeln. ,CONSUL‘ bietet schon von Haus aus ganz viele Möglichkeiten“, erläutert Annette Adameit. So kann es eine reine Abstimmung geben, bei der das Ergebnis erst nach Ende der Beteiligung veröffentlicht wird – wie beispielsweise bei der Wahl zur Sportlerin und zum Sportler des Jahres. Oder aber Interessierte können eigene Vorschläge einreichen, die dann direkt auf der Website einsehbar sind. Oder eine klassische Umfrage, bei der Fragen beantwortet werden … die Arten der Beteiligung sind fast unendlich.
Bürgerinnen und Bürger, die mitmachen möchten, müssen sich dafür einmalig registrieren. Wobei es inzwischen bei einigen Beteiligungen auch die Möglichkeit gibt, ohne eine vorherige Anmeldung teilzunehmen. „Aber wer sich registriert, hat den Vorteil, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, wenn eine weitere Beteiligung startet“, erklärt Annette Adameit.
In Zukunft werden noch mehr Bürgerbeteiligungen ihren Weg auf bochum-mitgestalten.de finden, hat sich die Stadtverwaltung vorgenommen. Dazu hat das Büro für Bürgerbeteiligung die Plattform von der SCIU übernommen und baut sie kontinuierlich aus.
„Die Bürgerinnen und Bürger wird es freuen, mitgestalten zu können, was in ihrer Stadt passiert“, fasst Corinna Haarmann zusammen.
Kunstmuseum Bochum
Kunst verstehen mit KI
Transkription historischer Notizen für das Kunstmuseum
Für die Ausstellung „To Each Concrete Man“ (Ende 2024) sollten handschriftliche Notizen der US-Künstlerin Ree
Morton digital aufbereitet werden – als dritter Diskussionspartner im Ausstellungskonzept.
Die Herausforderung: Mortons Notizen lagen nur als Scans vor, waren handschriftlich verfasst, teils schwer lesbar und komplett auf Englisch. Die Lösung: Ein KI-System wurde durch das Digiscout-Team der Stadt Bochum darauf trainiert, die Handschrift zu erkennen und die Texte zu transkribieren. Mit großem Erfolg: Über 30 Notizbücher wurden digital aufbereitet, in denen die Kuratoren gezielt nach Begriffen, Themen und Werkideen suchen konnten. So macht KI das kulturelle Erbe zugänglicher und unterstützt bei der Ausstellungsvorbereitung.
Technische Betriebe
Papierflut adé
KI liest Rechnungen und prüft sie automatisch
In einem Projekt der Digiscouts bei den Technischen Betrieben Bochum wurde ein klassischer Verwaltungsprozess digital neu gedacht: das Handling von Entsorgungsrechnungen und Wiegescheinen. Was bislang manuell, papierbasiert und zeitaufwendig war, läuft nun automatisiert. Ein KI-gestütztes System liest sowohl digitalisierte Rechnungen als auch eingesandte Wiegescheine aus und extrahiert die relevanten Daten. In einer Excel-Schnittstelle werden diese Informationen abgeglichen und bei Unstimmigkeiten schlägt das System automatisch Alarm.
Das Ergebnis: deutlich weniger Fehler, eine massive Zeitersparnis und zufriedenere Mitarbeitende. Auch die Nachnutzung innerhalb anderer Abteilungen ist bei diesem Projekt mit Skalierungspotenzial möglich.
Sparkasse Bochum
Digitale Assistentin Linda
Kundenservice, der keine Pause kennt
Die Sparkasse Bochum nutzt mit dem Chatbot „Linda“ eine digitale Assistentin, die rund um die Uhr auf der Website, in der App und sogar in zehn Sprachen erreichbar ist. So erhalten Kundinnen und Kunden auch außerhalb der Geschäftszeiten schnell Unterstützung bei Anliegen wie Kartensperrung, Online-Banking oder Limitanpassung. Linda beantwortet häufige Anliegen schnell und verständlich.
Gerade außerhalb der Öffnungszeiten ist die digitale Assistentin eine wertvolle Ergänzung zum menschlichen Service. Entwickelt wurde Linda mit modernem Natural Language Processing: der Fähigkeit, geschriebene Sprache zu verstehen. Damit ermöglicht sie eine niedrigschwellige, inklusive Kommunikation und kann als Modell für viele weitere Einsatzmöglichkeiten im kommunalen Bereich dienen.
Kunstmuseum Bochum
Kunst verstehen mit KI
Transkription historischer Notizen für das Kunstmuseum
Für die Ausstellung „To Each Concrete Man” (Ende 2024) sollten handschriftliche Notizen der US-Künstlerin Ree Morton digital aufbereitet werden – als dritter Diskussionspartner im Ausstellungskonzept.
Die Herausforderung: Mortons Notizen lagen nur als Scans vor, waren handschriftlich verfasst, teils schwer lesbar und komplett auf Englisch. Die Lösung: Ein KI-System wurde durch das Digiscout-Team der Stadt Bochum trainiert, um die Handschrift zu erkennen und die Texte zu transkribieren. Mit großem Erfolg: Über 30 Notizbücher wurden digital aufbereitet, in denen die Kuratoren gezielt nach Begriffen, Themen und Werkideen suchen konnten. So macht KI das kulturelle Erbe zugänglicher und unterstützt bei der Ausstellungsvorbereitung.
Technische Betriebe
Papierflut adé
KI liest Rechnungen und prüft sie automatisch
In einem Projekt der Digiscouts bei den Technischen Betrieben Bochum wurde ein klassischer Verwaltungsprozess digital neu gedacht: das Handling von Entsorgungsrechnungen und Wiegescheinen. Was bislang manuell, papierbasiert und zeitaufwendig war, läuft nun automatisiert. Ein KI-gestütztes System liest sowohl digitalisierte Rechnungen als auch eingesandte Wiegescheine aus und extrahiert die relevanten Daten. In einer Excel-Schnittstelle werden diese Informationen abgeglichen und bei Unstimmigkeiten schlägt das System automatisch Alarm.
Das Ergebnis: deutlich weniger Fehler, eine massive Zeitersparnis und zufriedenere Mitarbeitende. Auch die Nachnutzung innerhalb anderer Abteilungen ist bei diesem Projekt mit Skalierungspotenzial möglich.
Sparkasse Bochum
Digitale Assistentin Linda
Kundenservice, der keine Pause kennt
Die Sparkasse Bochum nutzt mit dem Chatbot „Linda“ eine digitale Assistentin, die rund um die Uhr auf der Website, in der App und sogar in zehn Sprachen erreichbar ist. So erhalten Kundinnen und Kunden auch außerhalb der Geschäftszeiten schnell Unterstützung bei Anliegen wie Kartensperrung, Online-Banking oder Limitanpassung. Linda beantwortet häufige Anliegen schnell und verständlich.
Gerade außerhalb der Öffnungszeiten ist die digitale Assistentin eine wertvolle Ergänzung zum menschlichen Service. Entwickelt wurde Linda mit modernem Natural Language Processing: der Fähigkeit, geschriebene Sprache zu verstehen. Damit ermöglicht sie eine niedrigschwellige, inklusive Kommunikation und kann als Modell für viele weitere Einsatzmöglichkeiten im kommunalen Bereich dienen.